Erste Ballwechsel auf dem Tennisplatz: Mit Freude den Tennissport entdecken (Video: © TC Konstanz, B. D’Errico)
Mehr als Tennis: Projektwoche des Suso-Gymnasiums am TC Konstanz
Wie begeistert man Kinder und Jugendliche für Bewegung, Gemeinschaft und einen Sport, der ein Leben lang Freude bereiten kann? Eine Projektwoche des Heinrich-Suso-Gymnasiums am TC Konstanz zeigt einen überzeugenden Weg.
Was sind Projekttage?
Projekttage finden an vielen Schulen ein- oder mehrmals im Schuljahr statt und geben Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, an praktischen Projekten zu arbeiten, um dabei neue Interessen zu entdecken und gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Oft sind die Projekte klassen- und jahrgangsübergreifend.
An den Projekttagen des Heinrich-Suso-Gymnasiums steht zum Schuljahresende nicht der reguläre Unterricht, sondern das gemeinsame Entdecken neuer Interessen im Mittelpunkt. Für Sportlehrerin Sonja Sopper und ihre Kollegin Mirjam Huss war dies die ideale Gelegenheit, ihre Begeisterung für Tennis mit ihrer pädagogischen Arbeit zu verbinden. Gemeinsam mit Referendarin Pia Ender sowie sechs Schülermentorinnen und -mentoren entwickelten sie in der Woche vor Schuljahresende eine Projektwoche, die Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 bis 7 den Tennissport näherbringen und vor allem Freude an gemeinsamer Bewegung vermitteln soll.
Als Austragungsort bot sich die Tennisanlage des TC Konstanz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gymnasium an. Gepflegte Sandplätze und großzügige Grünflächen direkt am Seeufer schaffen ideale Voraussetzungen für Bewegung und gemeinsames Erleben.
Im Gespräch mit Initiatorin Sonja Sopper wird schnell deutlich, dass hinter der Projektwoche weit mehr steckt als ein Sportangebot.
Eine Herzensangelegenheit – Schon nach wenigen Minuten wird deutlich, wie eng das Projekt mit Sonja Soppers eigener Geschichte verbunden ist.
Als Lehrerin und Mutter erlebt sie, dass viele Kinder und Jugendliche bereits im Schulalltag und häufig auch in ihrer Freizeit viel Zeit im Sitzen verbringen.
Gleichzeitig begegnet sie immer wieder jungen Menschen, die sich selbst für unsportlich halten oder glauben, Tennis oder eine andere Sportart sei nicht für sie.
Genau hier setzt die Projektwoche an: Berührungsängste abbauen, Freude an Bewegung wecken und zeigen, dass Sport vor allem gemeinsames Erleben bedeutet.
Diese Erfahrungen möchte sie heute an die nächste Generation weitergeben. Für sie war der Tennisclub nicht nur Trainingsort, sondern auch Treffpunkt – ein Ort, an dem Freundschaften entstanden und Jung und Alt selbstverständlich Zeit miteinander verbrachten.
Das große Interesse an diesem Angebot der Projektwoche hat sie positiv überrascht.
Gemeinsam lernen – gemeinsam wachsen.
Das Projekt richtet sich bewusst an alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig von Vorkenntnissen oder Spielniveau. Die Übungen werden flexibel an die unterschiedlichen Fähigkeiten angepasst. Erfahrene Spielerinnen und Spieler übernehmen Verantwortung, unterstützen Anfängerinnen und Anfänger und schaffen eine offene Lernatmosphäre, in der gegenseitige Hilfe selbstverständlich ist.
Im Mittelpunkt stehen nicht Leistung oder Wettbewerb, sondern die Freude am gemeinsamen Erleben. Ganz nebenbei fördern die Kinder Koordination, Konzentration und Fairness. Sie erfahren, dass Fortschritte Zeit brauchen und regelmäßiges Üben zum Erfolg führt – ganz nach dem Motto: Übung macht den Meister.
Zum Abschluss unseres Gesprächs wollten wir noch von Sonja wissen, woran sie sich wünschen würde, dass die Kinder in einigen Jahren noch an diese Projektwoche denken.
Vielleicht entstehen dabei neue Freundschaften.
Vielleicht entdeckt die eine oder der andere ein neues Hobby.
Und vielleicht ist genau diese Projektwoche der Anfang einer Begeisterung, die noch viele Jahre anhält.
Schule und Verein – eine starke Partnerschaft
Die Kooperation zwischen dem Heinrich-Suso-Gymnasium und dem TC Konstanz zeigt beispielhaft, wie Schule und Verein voneinander profitieren können. Während die Schule den pädagogischen Rahmen schafft, eröffnet der TC Konstanz den Schülerinnen und Schülern neue Erfahrungsräume und einen unkomplizierten Zugang zum Tennissport. Gleichzeitig lernen sie das Vereinsleben als Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Gemeinschaft kennen.





Die Interviews führte Barbara D’Errico (Beirat TCK) im Vorfeld der Projekttage (Juli 2026). Das Gespräch wurde für die Veröffentlichung redaktionell gekürzt und sprachlich bearbeitet. Die inhaltlichen Aussagen der Interwiepartner:in bleiben davon unberührt.